Montag, 10. Dezember 2007

Mein Bruder hat Darmkrebs

Liebe Leute, geht zur Darmkrebsfrüherkennung. Es ist so einfach, einen Darmpolypen als Vorstufe des Krebses zu erkennen und zu entfernen.

Und es ist so schlimm, meinen geliebten Bruder an Darmkrebs leiden zu sehen. Gestern, fünf Tage nach seiner Operation, habe ich ihn besucht. Aus seinem künstlichen Darmausgang lief grünes, flockiges Wasser. Eben dieses grüne flockige Wasser kotzte er anschließend aus seinem Mund. Die Operationswunde reicht von der Schwanzwurzel bis zum Brustbein. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie weh es tut, mit einem 20 Zentimeter langen Vertikalschnitt durch den Bauch, einem abgetrennten Dickdarm, mit einer zerschnittenen Leber sich die Seele aus dem Leib und den Dünndarminhalt auszukotzen?

Seine Prognose ist gut, trotz einer Metastase auf der Leber und etlicher verkrebster Lymphknoten, die ihm auch gleich wegoperiert wurden. Mein Bruder wird noch eine Woche liegen, bis die Operationswunde verheilt ist, dann geht es in die kombinierte Chemo- und Strahlentherapie, zum Glück ambulant. Die dauert fünf Wochen. Dann vier Wochen Pause, nach der ihm der künstliche Darausgang zurückverlegt wird. Dann eine weitere Pause von einigen Wochen, ehe eine letzte Chemotherapie die letzten Krebszellen in seinem Körper abtöten soll. Wenn alles gutgeht, ist die Behandlung nächstes Jahr im Sommer abgeschlossen und mein Bruder hat keinen Krebs mehr. Das zeigen dann aber erst die Nachsorgeuntersuchungen. Er hat eine gute Prognose, die Wahrscheinlichkeit, dass er überlebt, liegt bei über 70 Prozent.

Mein Bruder hat mir das Leben gerettet. Ich war heute bei der Darmspiegelung. Okay, die Vorbereitung, das Abführen, ist nicht schön. Aber das Entfernen meines Darmpolypen hat eine Stunde gedauert. Er war gutartig.

Also: Geht bitte zur Darmkrebsfrüherkennung.

Und: Bis auf weiteres schließe ich dieses Blog, weil mich momentan sehr ernste Dinge in Anspruch nehmen. Diese Dinge sind so persönlich, dass ich sie auch nicht hier in der Anonymität ausbreiten will. Ich denke, Ihr habt Verständnis dafür. Was für ein Scheißjahr, dieses 2007.

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Zumwinkel

Postboss Zumwinkel löst Aktienoptionen ein, die ein ganz normaler Bestandteil seines Gehaltes sind. Und die Journaille (vor allem die Springer-Presse, die mit der PIN-Gruppe im Wettbewerb mit der Deutschen Post steht) und die Politicos heulen auf.

Jahrelang wurde es doch gefordert und für gut befunden, dass Manager am Erfolg eines Unternehmens beteiligt werden sollen, um ihrerseits den Shareholder Value zu steigern. Uns allen wird doch gepredigt, dass der Kapitalismus etwas Gutes ist und der Gegenentwurf des Sozialismus auf die Müllhalde der Geschichte gehört.

Jetzt kommt einer daher und macht diesen Kapitalismus und alle greinen. So ein scheinheiliger Unsinn.

Montag, 15. Oktober 2007

Extrem-Deppenleerzeichen

Heute in einer an meine Kollegen gerichtete Mail:

Club mit glieder

Bisheriger Höhepunkt meiner Beobachtungen im Himblick aufs Deppenleerzeichen.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Arbeitslosengeld

Geschrieben unter Schmerzen, weil mittlerweile zwei diagnostizierte Bandscheibenvorfälle den Arm lähmen:

Was mich mal interessieren würde: Wie viel Geld hat ein 57-Jähriger während seines Berufslebens in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt, ehe er von seinem Arbeitgeber in die Altersarbeitslosigkeit gedrängt wird - und damit nach einem Jahr ins Hartz-IV-Elend?

Und, im Gegenzug dazu: Wie viel Geld hat Arbeits- und Sozialminister und Vizekanzler Franz Müntefering in seinem Politikerleben in diese Arbeitslosenversicherung einbezahlt?

Dem hinterherzuspüren, das wäre doch mal eine lohnende Aufgabe für den Journalismus, oder?

Sonntag, 23. September 2007

Bandscheibenvorfall

Blogpause, unfreiwillig. Bandscheibenvorfall in Halswirbelsäule. Besser gesagt zwei Bandscheibenvorfälle mit schiefstehendem Wirbel. Rechter Arm mit Lähmungserscheinungen. Brutale Schmerzen, brutale Schmerzmittel. Sonst nichts. Bis auf: Von einem Arzt zum anderen pilgern. Jetzt: Warten auf Befund des Orthopäden und dessen Empfehlung.

Auf hoffentlich bald.

Stachanow

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